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Installation: Arbeitsspeicher & Co.
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Beitrag von:
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Heinrich Siebmanns
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| Dokumenten-ID: |
142 |
| Letzte Änderung: |
2002-02-12 |
Ein Computer braucht Arbeitsspeicher. Klar, nicht wahr? Man kann nie genug Arbeitsspeicher haben, sagen alle. Auch schon mal gehört? Aber wie
geht das eigentlich vonstatten und warum ist er so wichtig?
Der Arbeitsspeicher dient dem Computer dazu, die Daten, die er zu bearbeiten hat für einen schnellen Zugriff vorzuhalten. Alle Daten, die
bearbeitet werden müssen, müssen vorher von der Festplatte in den Arbeitsspeicher geladen werden, denn nur dort kann der Hauptprozessor des
Computers darauf zugreifen.
Wenn man von Arbeitsspeicher redet, meint man meistens physikalischen Speicher, der in Form von RAM-Bausteinen auf dem Motherboard des
Computer angebracht ist. RAM ist die Abkürzung für Random Access Memory. RAM wird auch als Hauptspeicher bezeichnet. Das sind dann z.B. die ominösen 64-, 128- oder 256-Megabyte RAM-Bausteine. Leider haben die meisten Anwender keinen Begriff davon, welche Mengen an physikalischem Arbeitsspeicher nötig sind, um
wirklich arbeiten zu können. Allein das schicke Hintergrundbild auf dem Desktop kann schon mal 10 bis 20 Megabyte wegschlucken... Moderne
Computerbetriebssysteme wie Windows bedienen sich nun eines Tricks, um den eigentlich immer zu kleinen Arbeitsspeicher "künstlich" zu strecken, wenn es eng wird. Sie lagern Teile davon, die schon länger nicht mehr benutzt
worden sind, auf die Festplatte aus. Dies ist um ein Vielfaches langsamer als das direkte Speichern in RAM-Bausteinen und schluckt zudem selber auch Speicher, da diese Auslagerungen ja verwaltet werden müssen. So hat der Anwender vor dem Bildschirm die Illusion, alles sei in Ordnung, während Kollege Computer eigentlich schon lange "nach Luft ringt"...
Windows legt zu diesem Zweck eine Auslagerungsdatei auf die Festplatte. Dazu greift es immer wieder auf die Festplatte zu, was das System deutlich verlangsamt. In der Standardeinstellung verwaltet Windows diese
Auslagerungsdatei selbst.
Es gibt temporäre und permanente Auslagerungsdateien. Sie unterscheiden sich dadurch, dass die permanente Auslagerungsdatei sich immer an der gleichen Stelle der Festplatte befindet, meist in einem Stück, während die
temporäre Auslagerungsdatei Größe und Position auf der Festplatte ständig wechselt, weil Windows die Größe der Auslagerungsdatei ständig an den
aktuellen Speicherbedarf anpasst. Dazu greift es immer wieder auf die Festplatte zu, was das System deutlich verlangsamt.
Wenn man Windows 9x/ME für längere Zeit laufen lässt ist es sehr wahrscheinlich, dass der Fehler 'nicht genug Speicher' berechtigt ist. Er
bedeutet nämlich nicht nur 'nicht genug Speicher'. Beim Laden einer großen
Datei benötigt jede Datenbankanwendung Zugriff auf ein großes Stück zusammenhängenden
Speichers und der Hauptspeicher kann sehr schnell so fragmentiert sein, das er die angeforderte Menge nicht mehr bereitstellen kann. Nicht genug Speicher bedeutet nicht nur 'es gibt keinen Speicher mehr' sondern könnte auch bedeuten
das nicht mehr ausreichend Speicherzuweisungen (Deskriptoren) oder kein zusammenhängendes Stück der angeforderten Größe vorhanden sind. Diese
Meldung erzeugt die Anwendung normalerweise nur, wenn das Betriebssystem aus einem der genannten Gründe keinen ausreichenden Speicher zur Verfügung stellen kann. Sie kann also durchaus auch auftreten, wenn anscheinend noch genügend
freier Speicher ausgewiesen ist. Hier hilft dann ein simpler Systemneustart, da danach die Fragmentierung wieder minimiert ist.
Dann kann es helfen, dem System diese
"Verwaltungsarbeit" abzunehmen, indem man die temporäre Auslagerungsdatei (virtueller Speicher) fest einstellt. Eine Faustformel besagt,
dass der virtuelle Speicher doppelt zu groß, wie der "echte" Speicher, also das RAM sein soll. Bei 256 MB RAM also 2 x 256 = 512 MB.
Diese Einstellung machen Sie Windows 95/98 unter Start / Einstellungen / Systemsteuerung / System auf der Karteikarte "Leistungsmerkmale". Dort finden Sie einen Button "Virtueller
Arbeitsspeicher", den Sie anklicken können. Stellen Sie dort auf "Benutzerdefinierte Einstellungen" und setzen Sie das Minimum und das Maximum auf den errechneten Wert, also im Falle unseres Beispieles auf 512 MB.
Unter Windows 2000 finden Sie das Ganze unter Start / Einstellungen / Systemsteuerung / System auf der Karteikarte "Erweitert". Dort finden Sie einen Button "Systemleistungsoptionen", den Sie anklicken können. Dort finden Sie
den virtuellen Arbeitsspeicher und auch dort gibt es wieder ein Minimum und ein Maximum.
Zwischendurch gibt es von Windows noch eine Warnung, weil Sie ihm jetzt die Arbeit wegnehmen, aber das können Sie ignorieren. Nach der Änderung
muss Windows neu gestartet werden.
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